Er saß am Kopfende des Tisches, genau da, wo ich ihn haben wollte. „Das hättest du schon vor Jahren tun sollen. Die Ehe wäre so viel einfacher gewesen.“
„Für wen?“, fragte ich ruhig.
Sein Lächeln wurde breiter. „Pass auf dich auf.“
Bevor er fortfahren konnte, klingelte es an der Tür.
Daniel runzelte die Stirn. „Hast du jemanden erwartet?“
"Nicht."
Evelyn erstarrte. „Beim Frühstück?“
„Gäste“, antwortete ich.
Daniel lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Gut. Lass sie sehen, wie gehorsam du geworden bist.“
Ich ging zur Haustür und öffnete sie.
Margaret Voss, meine Anwältin, betrat als Erste den Raum, in einem perfekt sitzenden grauen Kostüm. Hinter ihr standen zwei uniformierte Polizisten. Dann Mr. Hale von der Bank. Dann Victor, Daniels Geschäftspartner, blass und schweißgebadet. Schließlich kam Lena – die Frau, die Daniel einst als „nur eine Assistentin“ bezeichnet hatte – herein, ihre Aktentasche wie eine Rüstung an die Brust gedrückt.
Daniels Gesichtsausdruck wurde distanziert.
„Was zum Teufel ist das?“, knurrte er.
Ich deutete in Richtung Esszimmer. „Frühstück.“
Niemand lächelte.
Margaret setzte sich neben mich. Die Beamten blieben stehen. Mr. Hale öffnete seinen Aktenkoffer. Victor vermied jeglichen Blickkontakt. Lenas Hände zitterten, als sie sich langsam hinsetzte.
Evelyns Perlen klirrten leise in ihrem Hals. „Daniel, sag diesen Leuten, sie sollen gehen.“
Daniel schob seinen Stuhl zurück. „Alle raus. Sofort.“
Einer der Beamten trat vor. „Herr Mercer, bitte setzen Sie sich.“
Daniel erstarrte.
Zum ersten Mal seit Jahren hörte ihm niemand zu.
Ich stellte das Tablet in die Mitte des Tisches und drückte die Wiedergabetaste.
Seine Stimme erfüllte den Raum.
„Ich will morgen früh ein fertiges Frühstück. Ein richtiges Frühstück. Ohne Arroganz. Ohne kalte Miene.“
Dann war das Geräusch eines Schlags zu hören.
Evelyns Lächeln verschwand augenblicklich.
Die zweite Aufnahme wurde abgespielt. Evelyns Stimme hallte kalt und grausam durch den Speisesaal: „Ihre Frau muss so schnell wie möglich gerügt werden.“
Daniel griff nach dem Tablet, doch der Polizist packte sein Handgelenk, bevor er es berühren konnte.
Ich sah meinen Mann direkt an und sprach leise.
„Du hast die falsche Frau gewählt.“