Als die kleine Manon flüsterte, ein Mann habe ihr etwas in den Bauch gesteckt, fragte die Krankenschwester nicht weiter nach. Sie berührte vorsichtig die schmerzende Stelle, fühlte eine harte Stelle unter der Haut … und schloss sofort die Tür zum Büro ab.

Als die kleine Manon flüsterte, ein Mann habe ihr etwas in den Bauch gesteckt, fragte die Krankenschwester nicht weiter nach. Sie berührte sanft die schmerzende Stelle, fühlte eine harte Stelle unter der Haut … und schloss sofort die Tür zum Untersuchungszimmer ab.
„Er hat mir etwas hineingesteckt“, flüsterte das Kind.
Ihre Stimme war so leise, dass Claire Dubreuil zunächst dachte, sie hätte sich verhört.
Das medizinische Zentrum in Suresnes war um diese Zeit fast leer. Draußen fielen dünne, graue Regenstreifen über den Parkplatz. Drinnen tauchten die weißen Neonröhren die Wände in ein kaltes Licht. Ein stummer Fernseher zeigte Nachrichten, die niemand ansah, und der Geruch von Desinfektionsmittel vermischte sich mit dem von vergessenem Kaffee im Aufenthaltsraum.
Manon war sieben Jahre alt. Sie stand auf der Untersuchungsliege, zusammengekauert in ihren viel zu großen Mantel, und klammerte sich an einen Stoffhasen. Ihre Beine hingen schlaff an ihren Seiten herab. Ihre rechte Hand ruhte immer noch auf ihrem Bauch, genau an derselben Stelle, als fürchtete sie, etwas könnte herausfallen, wenn sie den Druck nachließ.
Ihre Mutter, Élise, stand neben dem Stuhl. Sie kramte in ihrer Tasche nach ihrer Krankenversicherungskarte, doch ihre Finger zitterten so stark, dass sie sie zweimal fallen ließ. Jedes Mal, wenn ihr Handy vibrierte, zuckte sie zusammen, noch bevor sie auf den Bildschirm blickte. Immer
wieder erschien ein Name:
Marc.
Élise reagierte nicht.
„Wie lange hat sie schon Schmerzen?“, fragte Claire.
„Seit heute Morgen“, antwortete die Mutter zu schnell. „Na ja … vielleicht auch schon letzte Nacht. Sie ist sehr empfindlich. Sie klagt ständig.“

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