Was ich in einem überfluteten Graben fand und in einem Glas mit nach Hause brachte.

Was ich in einem überfluteten Graben fand und in einem Glas mit nach Hause brachte.

Der Graben sollte eigentlich nichts Besonderes sein. Er verlief am Rande eines schmalen Feldwegs etwas außerhalb der Stadt, ein flacher Graben, der die meiste Zeit des Jahres trocken lag und kaum mehr als vom Wind verwehten Müll und ab und zu ein paar hartnäckige Unkräuter sammelte. Doch an diesem Morgen, nach drei Tagen Dauerregen, hatte er sich in etwas völlig anderes verwandelt – ein dünnes, gewundenes Band aus trübem Wasser, lebendig wie nie zuvor.

Ich hatte nicht vor, etwas zu entdecken. Ich ging einfach spazieren, wie ich es oft nach Stürmen tue, angezogen von dieser seltsamen Stille, die auf heftigen Regen folgt. Die Luft war noch kühl, und der Boden war weich unter meinen Schuhen. Pfützen spiegelten den Himmel in unregelmäßigen Flecken wider, und alles roch leicht nach Erde und Laub. Als ich den Graben erreichte, wäre ich beinahe weitergegangen. Auf den ersten Blick wirkte er unscheinbar – nur braunes Wasser, das langsam den Hang hinabfloss.

Doch dann bemerkte ich eine Bewegung.

Zuerst dachte ich, es sei nur die Strömung, wie das Wasser um Steine ​​und Treibgut herumfloss. Aber das war anders. Winzige Bewegungen, zuckende Formen, Wellen, die nicht zur Strömung passten. Ich duckte mich, vorsichtig, nicht im Schlamm auszurutschen, und beugte mich näher heran.

Da habe ich sie gesehen.

Sie waren klein – so klein, dass ich sie beinahe übersehen hätte, wäre ich nicht stehen geblieben. Schlanke, durchscheinende Körper, die sich knapp unter der Wasseroberfläche wanden, sich ruckartig bewegten und dann wieder stillstanden. Dutzende, vielleicht sogar mehr, lagen verstreut im Graben. Manche klammerten sich an die Ränder, wo das Gras ins Wasser ragte, während andere frei in der sanften Strömung schwammen.