Welche Zahl ist deine Lieblingszahl?

Eine Woche hat sieben Tage. Der Regenbogen hat sieben Farben (zumindest nach der traditionellen westlichen Einteilung). Die diatonische Tonleiter hat sieben Töne. Antike Kulturen griffen unabhängig voneinander immer wieder auf diese Zahl zurück. Diese Wiederholung in nicht koordinierten Systemen ist auf faszinierende Weise verdächtig. Sie lässt die Zahl Sieben weniger wie eine von Menschen erfundene Zahl erscheinen, sondern eher wie ein von Menschen entdecktes Muster.

Und Menschen lieben Muster, die sich „entdeckt“ anfühlen. Wir vertrauen ihnen mehr. Wir haben das Gefühl, auf etwas Fundamentales gestoßen zu sein, als hätten wir eine Schicht der Realität abgetragen und darunter eine verborgene, lebendige Struktur entdeckt.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum die Zahl 7 so heraussticht: Sie liegt genau in der Mitte des menschlichen Kognitionsbereichs für kleine Zahlen.

Psychologisch gesehen sind Menschen extrem gut darin, kleine Mengen zu erfassen, ohne sie zu zählen – das nennt man „Subitisierung“. Wir erkennen sofort 1, 2, 3, vielleicht 4 Objekte. Danach beginnen wir zu schätzen. Aber 7 liegt knapp außerhalb dieses mühelosen Bereichs. Es ist groß genug, um sich wie „viele“ anzufühlen, aber klein genug, um noch fassbar zu sein. Es liegt genau im optimalen Bereich zwischen Einfachheit und Komplexität.

Diese Ausgewogenheit verleiht der Zahl 7 eine gewisse erzählerische Kraft. Sie wirkt vollständig, aber nicht erdrückend. Sie wirkt strukturiert, aber nicht starr. Sie wirkt wie eine Zahl, die Teil einer Geschichte sein könnte.