„Ich habe nichts kaputt gemacht“, sagte sie. „Ich habe nur dokumentiert, was schon da war. Denn eines Tages würdest du mich fragen, warum sich dein Leben nie so stabil angefühlt hat, wie es auf seinen Bildern aussah.“
Sein Hals schnürte sich leicht zu, aber er reagierte nicht.
Annie beugte sich ein wenig nach vorn.
„Ich habe dir kein Auto gegeben, weil du es dir mit einem Auto in einer Lüge bequem gemacht hättest“, sagte sie. „Und du hattest ja schon angefangen, dein Leben darum herum aufzubauen.“
Gabe blickte wieder auf die Schlüssel.
Plötzlich fühlten sie sich schwerer an als alles Teure, was sie hätte kaufen können.
„Was befindet sich in dem Lagerraum?“, fragte er leise.
Annies Stimme wurde sanfter.
„Die Wahrheit, die er dir nie gezeigt hat.“
Er stieß einen Seufzer aus, der fast wie ein Lachen klang, aber er war alles andere als lustig. „Und Sie glauben, ich soll das jetzt einfach so durchwühlen wie bei einer… Ermittlung?“
„Ich denke“, sagte sie bedächtig, „du bist alt genug, um zu entscheiden, ob du ein Leben auf Versprechungen aufbauen willst… oder auf der Realität.“
Dieses Wort – Realität – stand lange Zeit zwischen ihnen.
Schließlich stand Gabe auf.
Er hat die Schlüssel nicht genommen.
Noch nicht.
Aber er ging auch nicht einfach weg.
„Ich hätte auch einfach einen normalen Vater haben können“, sagte er leise.
Annies Blick wurde weicher.
„Nein“, sagte sie. „Du hattest einen menschlichen. Ich habe mich nur geweigert, dir die Fantasie zu überlassen.“
Er sah sie lange an.
Dann nahm er langsam die Schlüssel in die Hand.
Nicht wie ein Geschenk.
Wie eine Last, die er nicht tragen wollte – die er aber nicht länger ignorieren konnte.
Und zum ersten Mal an diesem Abend fragte er nicht mehr nach dem Auto.