Zuerst verstand ich es nicht. Dann kam eine andere Mutter, Jill, und erklärte mir den Rest.
Er erzählte mir, der Weg sei sechs Meilen lang und beschwerlich. Es gäbe steile Anstiege, loses Gelände und schmale Pfade, wo jeder Schritt zählte. Das klang alles vernünftig … bis er hinzufügte: „Leo trug Sam die ganze Strecke auf dem Rücken!“
Mir wurde schon beim bloßen Gedanken daran übel.
„Meine Tochter erzählte Sam, dass Leo ihr immer wieder sagte: ‚Halt durch, ich hab dich‘“, fuhr Jill fort. „Er wechselte ständig seine Position und weigerte sich, anzuhalten.“
Ich sah meinen Sohn noch einmal an. Seine Beine zitterten immer noch.
Dann kam Leos Lehrer, Herr Dunn, mit ernster Miene auf uns zu.
„Sarah, Ihr Sohn hat gegen die Vorschriften verstoßen, indem er eine andere Route genommen hat. Das war gefährlich! Wir hatten klare Anweisungen. Schüler, die den Kurs nicht absolvieren konnten, mussten im Camp bleiben!“
"Ich verstehe, und es tut mir sehr leid", antwortete ich schnell, obwohl meine Hände bereits zu zittern begannen.
Doch hinter dieser Fassade trat etwas anderes hervor: Stolz.
Dunn war nicht der Einzige, der verärgert war. An den Blicken der anderen Lehrer konnte ich erkennen, dass sie von Leo nicht gerade begeistert waren.
Da niemand verletzt worden war, dachte ich, es sei vorbei.
Wieder einmal habe ich mich geirrt.
Am nächsten Morgen klingelte mein Handy, nachdem ich Feierabend hatte. Ich nahm kaum ab.
Dann sah ich die Nummer der Schule und spürte ein Engegefühl in der Brust.
Guten Morgen?
„Sara?“ Es war Direktor Harris. „Du musst sofort zur Schule kommen.“
Seine Stimme zitterte.
Mir war übel.
„Ist Leo in Ordnung?“
Es herrschte Stille.
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