Was die Ärzte wirklich fanden

Erst nach Mitternacht dringt durch, was im Operationssaal ans Licht kam: Eine etwa zehn Zentimeter lange Stichwunde hat Teile des äußeren Schließmuskels zerrissen und den Enddarm auf einer Länge von 1,5 Zentimetern perforiert. Stundenlang vernähen Spezialisten feingliedrige Muskelringe und legen Drainagen, um eine Infektion zu verhindern
Die Prognose? „Sehr ernst, aber nicht unmittelbar lebensbedrohlich“, heißt es aus Klinik-Kreisen. Morante de la Puebla, die lebende Legende, wird Wochen – vielleicht Monate – keinen Fuß in den Sand setzen können. Ob der 46-Jährige je wieder den Paso Doble zur Begrüßung der Sonne tanzt, entscheidet sich erst, wenn die Narben unter dem Glanzstoff verheilt sind. Die Antwort auf diese Frage lässt selbst hartgesottene Corrida-Veteranen bangen – und hält Spanien weiter in Atem.