Der wahre Grund, warum Gehen ab 60 schwieriger wird (und wie man dem entgegenwirken kann)

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Gehen mit zunehmendem Alter schwieriger wird? Wenn Sie über 60 sind und feststellen, dass Ihnen selbst einfache Spaziergänge nicht mehr so ​​leicht fallen wie früher, sind Sie nicht allein, und es liegt nicht einfach nur am Älterwerden. Die Gründe mögen Sie überraschen, aber die gute Nachricht ist: Sie können noch heute etwas dagegen tun.
Gehen gehört zu den natürlichsten Bewegungsformen unseres Alltags. Wussten Sie aber, dass Ihr Gehtempo Ihre Lebenserwartung sogar stärker beeinflussen kann als Ihre Gesundheit? Neugierig geworden? Dann lesen Sie weiter. Wir erklären Ihnen, warum das Gehen ab 60 Jahren langsamer wird und – noch wichtiger – welche einfachen Übungen Ihnen helfen können, Ihre Beweglichkeit wiederzuerlangen.
Wichtigste Punkte
Langsameres Gehen nach dem 60. Lebensjahr ist ein ernstzunehmendes Warnzeichen für gesundheitliche Probleme und nicht nur eine lästige Begleiterscheinung.
Eine Schwächung der Wadenmuskulatur ist einer der Hauptgründe, warum Menschen im Alter kürzere und langsamere Schritte machen.
Einfache Übungen können Ihre Wadenmuskulatur stärken und Ihre Gehgeschwindigkeit erhöhen.
Schon nach wenigen Wochen gezielten Trainings ist ein deutlicher Unterschied spürbar.
Aktiv zu bleiben ist unerlässlich für Unabhängigkeit und ein langes Leben.
1. Gehgeschwindigkeit nimmt nach dem 60. Lebensjahr ab: Es ist nicht nur eine Frage des Alters
Mehr als jede vierte Frau und jeder sechste Mann über 60 Jahre bemerken eine Verlangsamung des Gehens, und bei vielen wird diese nach dem 70. Lebensjahr deutlicher. Auch wenn dies wie eine normale Folge des Alterns erscheinen mag, zeigen Studien, dass sie weitreichendere Auswirkungen hat. Die Gehgeschwindigkeit ist ein wichtiger Indikator für die allgemeine Gesundheit und sogar die Lebenserwartung. Menschen, die mit 75 Jahren noch zügig gehen, haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, weitere 5 bis 10 Jahre zu leben, als diejenigen, die langsamer gehen.
2. Ein überraschender Übeltäter: schwache Wadenmuskulatur
Warum werden wir langsamer? Es liegt nicht nur an Müdigkeit oder Atemproblemen: Die eigentliche Ursache liegt oft in der Wadenmuskulatur. Diese Muskeln fungieren wie Motoren und treiben jeden Schritt an. Mit zunehmendem Alter verlieren sie an Kraft, wodurch jeder Schritt anstrengender wird. Studien zeigen, dass ältere Menschen bis zu 16 % mehr Energie benötigen, um mit der gleichen Geschwindigkeit wie jüngere Menschen zu gehen, vor allem aufgrund einer schwächeren Wadenmuskulatur.
3. Kürzere Schritte machen das Gehen anstrengender.
Langsamere Schritte bedeuten nicht nur einen Geschwindigkeitsverlust: Ältere Menschen machen tendenziell auch kürzere Schritte. Mit nachlassender Wadenkraft verringert sich die Schrittlänge. Je kürzer die Schritte, desto langsamer das Tempo und desto größer der Kraftaufwand beim Gehen.
4. Symptome frühzeitig erkennen
Die Gehgeschwindigkeit nimmt oft schleichend ab, sodass viele es erst bemerken, wenn es zur echten Herausforderung wird. Dann ist es schwieriger, diesen Trend umzukehren. Deshalb ist es wichtig, schnell zu handeln: Wenn das Gehen anstrengender wird als zuvor oder Sie langsamer gehen, sollten Sie das ernst nehmen.
5. Einfache Wadenübungen, die Ihr Gehen verbessern
a. Wadenheben im Sitzen (Aufwärmübung für Anfänger)
Setzen Sie sich auf einen Stuhl, die Füße flach auf dem Boden, die Unterarme auf den Oberschenkeln. Heben Sie die Fersen so hoch wie möglich an und senken Sie sie dann langsam wieder ab. Wiederholen Sie die Übung 10–20 Mal.
b. Stehendes Wadenheben (klassische Kräftigungsübung)
Stellen Sie sich zur Stabilisierung hinter einen Stuhl. Stellen Sie sich auf die Zehenspitzen und senken Sie diese dann langsam und kontrolliert ab. Führen Sie 10–20 Wiederholungen durch.
c. Langsames Anheben der Fersen auf der Stufe (Kraft und Dehnung)
Stellen Sie sich mit entspannten Fersen auf die Kante einer Stufe. Heben Sie die Fersen auf die Zehenspitzen und senken Sie sie dann langsam über vier Sekunden wieder ab. Für eine größere Herausforderung können Sie Gewichte hinzufügen oder sich auf ein Bein absenken. Wiederholen Sie die Übung 10–20 Mal.
d. Einbeiniges Wadenheben (fortgeschritten)
Lehnen Sie sich im Stuhl nach vorn und stützen Sie Ihre Unterarme auf dem Rücken ab. Heben Sie ein Bein an und führen Sie mit dem anderen Bein Wadenheben durch. Wiederholen Sie die Übung 10–20 Mal und wechseln Sie dann die Seite.
6. Gehen Sie in Ihrem eigenen Tempo vor.
Falls Ihnen fortgeschrittene Übungen zu schwierig erscheinen, beginnen Sie mit leichteren und steigern Sie den Schwierigkeitsgrad allmählich. Sollte eine Übung Schmerzen verursachen, lassen Sie sie aus. Führen Sie die Übungen idealerweise zwei- bis dreimal pro Woche durch. Schon ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche können innerhalb weniger Wochen zu spürbaren Verbesserungen führen.