Setzen Sie Ihre Medikamente nicht ab, nur weil Ihre Werte gut sind.
Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf, messen Ihren Blutdruck und erhalten einen perfekten Wert von 120/80. Sie denken vielleicht: „Super, vielleicht brauche ich meine Medikamente heute nicht.“ Das ist ein häufiger Fehler. Aber dieser normale Wert ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen. (
Eine Person hält sich den Kopf und starrt angespannt in den Sonnenaufgang.)
Die Behandlung von Bluthochdruck basiert nicht auf einer einzelnen Messung, sondern auf langfristiger Stabilität. Eine Unterbrechung der Behandlung, selbst nur für einen Tag, kann zu einem erneuten Blutdruckanstieg und -schwankungen führen und Herz und Blutgefäße zusätzlich belasten.
Wenn Sie Schwindel, Benommenheit oder ungewöhnliche Müdigkeit verspüren, ändern Sie Ihre Medikamente nicht eigenmächtig. Diese Symptome können darauf hindeuten, dass Ihre Dosis angepasst werden muss, nicht, dass Sie die Einnahme Ihrer Medikamente abbrechen sollten. Besprechen Sie Ihre Symptome und Bedenken immer mit Ihrem Arzt, bevor Sie Änderungen an Ihrer Behandlung vornehmen. Eine regelmäßige Behandlung ist für die wirksame Blutdruckkontrolle unerlässlich.
Bei bestimmten Teesorten ist Vorsicht geboten.
Tee mag morgens eine gesunde Wahl sein, doch nicht alle Teesorten sind gut für den Blutdruck. Grüner Tee, schwarzer Tee, Ingwertee und Yerba Mate enthalten natürliche Stimulanzien, die den Blutdruck vorübergehend erhöhen können. Bei koffeinempfindlichen Menschen oder bei unkontrolliertem Bluthochdruck kann dieser Effekt erheblich sein.
Bestimmte Kräutertees wie Hibiskus, Schachtelhalm und Zitronenmelisse können den Blutdruck leicht senken. Dies mag zwar vorteilhaft erscheinen, doch die Kombination mit verschreibungspflichtigen Medikamenten kann zu einem deutlichen Blutdruckabfall führen und möglicherweise Schwindel oder Benommenheit verursachen.
Die sicherste Lösung? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie neue Kräutertees oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Natürlich bedeutet nicht immer harmlos, insbesondere in Kombination mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Ein kurzes Gespräch mit Ihrem Arzt kann schwerwiegende Komplikationen verhindern.
Gehen Sie nicht davon aus, dass alles in Ordnung ist, nur weil Sie keine Symptome haben.
Bluthochdruck wird oft als „stiller Killer“ bezeichnet, und das zu Recht: Er verursacht selten spürbare Symptome, bis er bereits Organe wie Herz, Nieren oder Augen geschädigt hat. Viele Menschen denken: „Mir geht es gut, also muss mein Blutdruck normal sein“, doch dieses trügerische Gefühl der Sicherheit kann gefährlich sein.
Auch ein Blutdruck von 140/90 oder höher kann langfristig schädlich für den Körper sein. Hier einige Hintergrundinformationen:
Systolische Kategorie (oben) Diastolische Kategorie (unten)
Normal <120 <80
Bluthochdruck: 120–129 <80
Hypertonie Stadium 1 130–139 80–89
Hypertonie Stadium 2 ≥140 ≥90
Hypertensive Krise >180 >120
Wenn sich Ihr Blutdruck durch die Behandlung normalisiert, können Sie Benommenheit oder Schwindel verspüren. Dies liegt daran, dass sich Ihr Körper an einen gesünderen Blutdruckwert anpasst. Verwechseln Sie diese vorübergehenden Beschwerden nicht mit einem Problem. Mit der Zeit gewöhnt sich Ihr Körper daran und diese Empfindungen verschwinden.
Seien Sie vorsichtig mit rezeptfreien Medikamenten.
Schmerzmittel wie Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac sind zwar leicht erhältlich, werden aber häufig missbraucht. Diese nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) können zu Wasser- und Natriumretention führen, was den Blutdruck erhöht und die Wirksamkeit verschriebener Medikamente verringert.
Auch kurzfristige Anwendung kann Auswirkungen haben. Studien zeigen, dass die Einnahme von NSAR über nur fünf aufeinanderfolgende Tage den Blutdruck beeinflussen kann. Besprechen Sie nach Möglichkeit Alternativen mit Ihrem Arzt oder Apotheker, insbesondere wenn Sie regelmäßig Schmerzmittel benötigen.
Achten Sie auf Ihre
Frühstückswahl. Das Frühstück gibt den Ton für den Tag an, doch viele Menschen nehmen dabei unbewusst überraschend viel Natrium zu sich. Gängige Frühstücksspeisen wie Speck, Schinken, Wurst, Käse und Aufschnitt sind salzreich. Selbst vermeintlich gesunde Alternativen wie Pute oder verarbeitete Brotaufstriche können verstecktes Natrium enthalten, das Ihre Aufnahme deutlich erhöht.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die Salzzufuhr auf 5 Gramm pro Tag (etwa einen Teelöffel) zu beschränken, was 2 Gramm Natrium entspricht. Die meisten Menschen konsumieren jedoch täglich mehr als das Doppelte dieser Menge.
Versuchen Sie, verarbeitete Lebensmittel durch frische Alternativen zu ersetzen: Haferflocken mit Obst, hartgekochte Eier, ungesalzene Nüsse oder Joghurt mit Samen. Kleine Änderungen Ihrer Morgenroutine können Ihren Blutdruck langfristig deutlich verbessern.
Achten Sie auf ausreichend und erholsamen Schlaf.
Schlaf ist weit mehr als nur Ruhe: Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Blutdruckregulierung. Bei Schlafmangel bleibt der Spiegel von Stresshormonen wie Cortisol erhöht, was zu einer Verengung der Blutgefäße und einem Anstieg des Blutdrucks führt.
Die meisten Erwachsenen benötigen 6 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht, wobei die Schlafqualität genauso wichtig ist wie die Schlafdauer. Schlafstörungen wie die obstruktive Schlafapnoe treten häufig bei Menschen mit Bluthochdruck auf. Wenn Sie laut schnarchen oder morgens mit Atemnot aufwachen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Schlafuntersuchung. Die Behandlung der Schlafapnoe kann Ihren Blutdruck deutlich verbessern.
Betrachten Sie den Schlaf als nächtliche Wartung Ihres Herz-Kreislauf-Systems; wenn Sie ihn zu oft vernachlässigen, gerät das System aus dem Gleichgewicht.
Verstehen Sie die Ursache Ihres Bluthochdrucks.
Nicht alle Fälle von Bluthochdruck haben dieselbe Ursache. Bei manchen Menschen liegt sie an hormonellen Ungleichgewichten, wie beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen oder einer übermäßigen Cortisolproduktion.
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann beispielsweise die Blutdruckregulation erschweren, während eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zu einer Verengung der Blutgefäße (Vasokonstriktion) führen kann, was ebenfalls den Blutdruck erhöht. Auch ein Überschuss an Cortisol (wie beim Cushing-Syndrom) kann den Blutdruck steigern und zu Gewichtszunahme, Hyperglykämie und Muskelschwäche führen.
Die zugrunde liegende Ursache zu erkennen und zu behandeln, kann entscheidend sein. Wenn Ihr Blutdruck trotz Medikamenteneinnahme weiterhin hoch ist, bitten Sie Ihren Arzt, mögliche weitere Ursachen abzuklären, insbesondere wenn Sie Symptome wie Müdigkeit, Gewichtsschwankungen oder Stimmungsschwankungen haben.
Messen Sie Ihren Blutdruck korrekt und regelmäßig.
Die Überwachung ist unerlässlich, aber wie und wann Sie ihn messen, ist wichtig. Zu häufiges Messen kann Angstzustände auslösen, während das Nichtmessen Unsicherheit stiftet.
Messen Sie möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit (z. B. morgens und abends), nachdem Sie mindestens fünf Minuten ruhig gesessen haben. Vermeiden Sie Koffein, körperliche Anstrengung und Rauchen 30 Minuten vor der Messung.
Notieren Sie stets Ihre Messwerte, einschließlich Datum, Uhrzeit und Herzfrequenz. Dieses Protokoll hilft Ihrem Arzt, Trends zu erkennen und Ihre Behandlung anzupassen. Regelmäßigkeit ist wichtig, nicht Besessenheit.
Achten Sie auf Ihren Kaffeekonsum.
Gute Nachricht: Kaffee ist nicht unbedingt schlecht für Menschen mit Bluthochdruck. Mäßiger Konsum – bis zu drei oder vier kleine Tassen täglich – kann sogar vor bestimmten Herzkrankheiten schützen.
Der Konsum von mehr als acht Portionen pro Tag kann jedoch das Risiko von Herzrhythmusstörungen (unregelmäßigem Herzschlag) erhöhen und den Blutdruck vorübergehend ansteigen lassen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Koffein, daher sollten Sie auf die Reaktionen Ihres Körpers achten. Wenn Kaffee bei Ihnen Nervosität, Angstzustände oder Herzrasen auslöst, reduzieren Sie am besten Ihren Konsum.
Denken Sie daran: Mäßigung ist der Schlüssel. Sie können Ihren Morgenkaffee weiterhin genießen, aber lassen Sie ihn nicht zu Ihrer Hauptenergiequelle werden.
Schlussgedanken
Lesen Sie mehr auf der nächsten Seite.