In vielen Fällen versucht der Ehepartner, seine Situation so darzustellen, dass er sich weniger schuldig fühlt. Er behauptet vielleicht, die Ehe sei „im Grunde vorbei“, er bleibe nur noch der Kinder wegen oder er sei emotional von seinem Partner distanziert. Solche Erzählungen können Hoffnung wecken und die Fortsetzung der Beziehung rechtfertigen. Der Außenstehende mag beginnen zu glauben, er mische sich nicht ein, sondern helfe jemandem, der ohnehin schon unglücklich sei.
Der Nervenkitzel der Intensität
Verborgene oder komplizierte Beziehungen sind oft von einer gesteigerten Intensität geprägt. Geheimhaltung, wenig gemeinsame Zeit und emotionale Höhen und Tiefen können eine starke, fast süchtig machende Dynamik erzeugen. Für manche empfinden sie diese Intensität als aufregender als eine stabile, vorhersehbare Beziehung. Doch was sich im Moment leidenschaftlich anfühlt, wurzelt oft in Instabilität.
Vermeidung von Verpflichtungen

Interessanterweise kann eine Beziehung mit einem bereits verheirateten Menschen auch dazu dienen, sich vor einer echten Bindung zu drücken. Da die Beziehung von vornherein gewisse Einschränkungen mit sich bringt, verhindert sie tiefergehende Verantwortung oder langfristige Planung. Für Menschen, die Angst vor Verletzlichkeit oder Bindung haben, kann sich eine solche Situation – trotz ihrer Komplikationen – sicherer anfühlen.