Anwendung während des Zahnens:
Das Zahnen zählt seit jeher zu den stressigsten Phasen im Säuglingsalter. Babys können reizbar, unruhig und schwer zu beruhigen sein. Bevor moderne Schmerzmittel verfügbar waren, suchten viele Familien nach Möglichkeiten, diese Beschwerden zu lindern.
Manche Eltern rieben das Zahnfleisch ihres Babys mit Whiskey ein, in der Annahme, die Stelle dadurch zu betäuben und die Schmerzen zu lindern. Andere gaben einen kleinen Schuss Whiskey in die Babyflasche, in der Hoffnung, das Kind so weit zu beruhigen, dass es sich ausruhen konnte.
Damals wurden solche Handlungen oft als fürsorgliche Reaktionen und nicht als riskantes Verhalten angesehen.
Die medizinische Beratung war damals anders.
Die medizinische Beratung in früheren Zeiten unterschied sich stark von der heutigen. Die Forschung zur kindlichen Entwicklung war begrenzt, und viele Empfehlungen basierten eher auf Tradition, anekdotischen Erfahrungen oder überlieferten Bräuchen als auf kontrollierten wissenschaftlichen Studien.
Manche Ärzte und Pflegekräfte jener Zeit befürworteten Behandlungsmethoden, die heute abgelehnt würden. Ohne eindeutige Beweise für Schäden wurden Praktiken mit Alkoholeinsatz mitunter jahrelang fortgesetzt.
Daher vertrauten viele Eltern auf Ratschläge, die den damaligen Wissensstand widerspiegelten.
Die gesellschaftliche Einstellung zu Whisky
spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. In vielen Gemeinden gehörte Whisky zum Alltag und wurde nicht immer nur als Genussmittel betrachtet.
Man fand es in Privathaushalten, es wurde bei gesellschaftlichen Anlässen verwendet und manchmal auch für praktische Zwecke aufbewahrt. Da Erwachsene es oft bei Unbehagen oder Stress einsetzten, übertrugen manche Familien diese Denkweise auf die Kinderbetreuung.
Was heute alarmierend erscheint, war einst durch die es umgebende Kultur normalisiert.